Peng!-Banküberfall! – 24.8.-26.8.24

Prolog

Das öffentliche Leben auf dem Dorf ist eher zurückgezogen und findet hinter Mauern und Zäunen statt, mit Nachbarn oder Familien und anderen Menschen, die man schon immer kennt. Doch in einem Dorf wie Alt Schadow kann es schnell passieren, dass man jemand unerwartetes trifft und ein kurzweiliges Gespräch entsteht. Nicht nur Touristen, auch (Lebens-)Künstler, Autoren und vermeintlich wichtige Personen in wichtigen Positionen können einem da begegnen. Leider sind die Orte für diese zufälligen Begegnungen genauso zufällig. Es gibt kaum Möglichkeiten außerhalb des Dorfplatzes Platz zu nehmen. Da wir Menschen der Tat sind, stört uns das und wir haben das Problem zur Vereinssache gemacht. Dank mächtiger Unterstützung von Oben gelang es uns mit Schweiß(-gerät) und (Lach-)Tränen, eine ganz neue Form der Bank zu entwickeln und herzustellen.

Freitag 24.08.2024

Noch scheint Flaute zu sein auf dem Amalienhof. Einige Teilnehmer sind bereits da und haben es sich am neu eroberten Clubhaus gemütlich gemacht. Unter dem Dach der Außenküche wird der Buntstift geschwungen und hitzig wird über die Für und Wider des Möbels debattiert. Am Ende stehen etwa 10 Entwürfe. Von der Drehbank zur Schaukelbank und bis hin zum Bankbuggi stehen Modelle zur Auswahl. Gezeichnet und koloriert dürfen die Ideen über Nacht reifen und eine Entscheidung wird auf den Morgen vertagt.

Samstag 25.08.2024

In der WG-Küche trifft Mensch sich, schaut erwartungsvoll aus dem Fenster. Es verspricht ein heißer Tag zu werden. Nicht die besten Voraussetzungen für körperliche Arbeit. Wir treffen uns gegen 10 in der kühlen und etwas zugigen Scheune und haben uns bereits auf einen Entwurf geeinigt. Eine runde Bank, welche sich modular um Bäume oder als Schlängellinie aufstellen lässt. Einer der Teilnehmenden ist Mathematiklehrer und kann uns anhand einfacher Zirkelschläge den 1:1 Grundriss auf den Betonboden zaubern. Nach kurzer Zeit ist die Geometrie festgelegt und nun wird Material beschafft. Die etwas versteckten aber dafür zahlreichen „Materiallager“ des Amalienhof haben allerhand zu bieten und da wir nicht wählerisch sind, ist das Benötigte schnell herbeigeschafft. Nun geht es an das aufregende und nicht ganz ungefährliche Trennen der alten Wasserrohre, um alle nötigen Konstruktionsteile der Bank daraus zu formen. Wir benötigen etwa 15 Bankbeine, 6 längere Rohre für die Sitzflächen und einige kürzere für die Querverbindungen. Das Biegen der Rohre findet unter der Verwendung von Hebeln und einem Schraubstock statt. Hier wird klar, wie mit einfachen Mitteln komplizierte Formen umgesetzt werden können. Als alle Teile vorgefertigt sind, können die Teilnehmenden Pause machen, denen die Schweißarbeiten zu aufregend oder uninteressant sind. Nach der Mittagspause sind alle Teile verbunden und die Gerüste der Bänke bereits aufgestellt. Der nächste Schritt ist das wahlweise Lackieren und Belegen der Sitzflächen mit geeigneten Materialien. Für die finalen Arbeitsgänge werden die Gruppen in 3 Teams aufgeteilt. Pro Bank arbeiten nun meist 2 Personen an der Fertigstellung. Die Wahl fiel auf geflochtene Schnüre, Alu-Bond Platte und Altholz. Am Nachmittag waren die Bänke fertig und wurden zur Schaustellung zum Clubhaus getragen, in welchem die abendliche Jamsession stattfinden sollte.

Bei einer Hunderunde wurden alle angetroffenen Nachbarn eingeladen, uns am Abend Gesellschaft zu leisten. Schlussendlich kamen etwa 20 Menschen allen Alters. Die Band hatte bereits einige Sets vorbereitet und viele Instrumente aufgebaut. Nun war es dem Publikum überlassen daran aktiv teilzunehmen. So spielte der jüngste Gast an diesem Abend eine kleine Schlagzeugeinlage von etwa 30 MInuten. Gegen 22:00 Uhr ging der Abend seinem Ende entgegen. Die Teilnehmenden waren vom anstrengenden Tag geschafft, doch in einer kleinen Runde wurde weiter musiziert und der Tag verabschiedet.

Sonntag 26.08.2025

Dieser Tag war der Reflektion und des Aufstellens der Bänke im öffentlichen Raum vorbehalten. Gegen Mittag, als alle Teilnehmenden bereit waren, wurde der LKW gepackt und ins Dorf gefahren. Es waren mehrere Spots anvisiert, wo die Bänke aufgestellt werden könnten. Die Teilnehmenden stellten die differenzierten Möglichkeiten der Bankform fest. Modular lassen diese sich zu verschiedenen Formen zusammenbauen. Alles in allem war der Workshop eine bereichernde Erfahrung und hat zum Austausch mit Nachbarn, Gästen und Unbekannten geführt. Gern würden wir in der Zukunft ähnliche Projekte durchführen, um den öffentlichen Raum weiter gestalten zu können.

Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur durch ImPuls Brandenburg e.V.

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